Eigendlich werden die Rufnamen bei einer Katze mit zunehmenden Alter ja immer kürzer. Das es auch anders sein kann beweist der Rufname unserer Mystique. Einen richtig kurzen Namen hatte Mystique nie. Sie wurde von uns, soweit ich mich erinnere, immer “nur” Mystique gerufen, okay, vielleicht mal Müffy, aber das war es dann. Naja, mit vollem Namen heisst sie ja “Magic Merlins Mystique of Witchwood”, aber das war selbst uns zu lang
.
Nachdem Müffy uns im Frühjahr mit einem wunderschönen Wurf beglückt hat (der Red-Nose-Day) ist es eine stattliche, charmante und wunderschöne Gesellin ihrer Art geworden. Eine richtig tolle Maine Coon. Nicht umsonst wurde sie auf der Weltausstellung in Essen, bei der Sondershow Maine Coon, zur besten weiblichen Coony gekürt. Da diese Show einige Haken und Ösen hatte (mehr steht dazu unter Shows), wurde uns dieser Erfolg erst zuhause so richtig klar. Natürlich haben wir sofort und ohne Umwege eine Flasche Sekt geköpft.
Wir nannten sie fortan “Püppie” und weil sie sich einen schlendernden, nicht unerotische, Gang angewöhnt hatte, “olala Püppie”.
Nun ist sie nach ihrem Wurf sehr schmusig geworden und (zu unserer Freude) erwartet sie geradezu das man eine erhebliche Zeit Ihr widmet, was ihr den Namen “mon ami Cherie” einbrachte. Hinzu kam noch ein neuer Wesenszug der diesem Namen noch eine stärkere Berechtigung verlieh. Seit Kintara ihren Cyrano hegt und pflegt, schaut Mystique etwas neidvoll den Kleinen an. Sowas wollte sie auch haben! Leider rollt sie gerade nicht, aber wir haben ja einen potenten Kater in Reichweite, dort könnte man ja schon mal antesten wie es um die Zuneigung gestellt ist. Und das beherrscht Mystiqe aus dem FF. Wer schon “Mister Perfect” rumgekriegt hat, sollte doch bei “Apollo von Kuniberts Liebling” keine grossen Probleme haben.
Und richtig, ein kurzes zwinkern, ein legeres zucken mi
t dem Schweif und ein leises gurren, reichen in der Regel aus um aus Apollo ein liebeskrankes Wrack seiner Gefühle zu machen. Beim Versuch einer Annäherung wird dann aber von Mystique die ein oder andere Watsche ausgeteilt, was dieser arme Kater nur noch in einer wilden Jagd über Stock und Stein, bis in das Freigehge, kompensieren kann. Dabei gibt er Laute von sich die nicht von dieser Welt sind. Püppie liegt schon lange vor dem Kaminofen und räkelt sich, wärend Apollo immer noch versucht die Welt zu verstehen.
Wenn es nicht der Natur wiedersprechen würde, könnte man meinen diese Katze hat Humor! Oder noch besser, sie hat frivolen Humor! Und das ist eine Mischung der die wenigsten Kerle wiederstehen können. Olala Püppie mon ami Cherie…
Der kleine Mann hat Zähne, eine laute Stimme, sehr viel Ausdauer und sehr viel Hunger.
Kintara ist aber eine tapfere Mutter, genau so tapfer wie wir Zweibeiner. Unser Sofa gehört uns schon lange nicht mehr. Allerdings muss Cyrano in der Nacht immer noch in die Wurfkiste, natürlich zusammen mit der Mama. Für die Freiheit im ganzen
Haus rum zu toben, ist er mit seinen 550 Gramm noch etwas zu klein. Aber lange wird er sich das nicht mehr bieten lassen.
Kintara indessen sieht blendend aus und fühlt sich richtig wohl.Egal wo sie sich im Haus befindet, alle 5 Minuten zeigt sie sich in der Nähe des Kleinen und bietet ihm ihre Drinks an. Jetzt wo es mit dem Kreischen bei Cyrano losgeht, kann er sie dann auch noch lauthals rufen (wenn er Lust darauf hat). Und das wird er!
Mit den anderen Katzen unseres Clans kommt er prima aus (noch), jedoch wird sich ändern wenn er anfängt die edeles Speisen aus den Näpfen zu fressen. Dann werden wohl alle immer warten müssen bis sich der Kleine so richtig eingesaut hat.Was tut man nicht alles für die Kinder…
So, nun ist es soweit, mit Atlantis (Witchwood Atlantis) geht unsere erste Katze aus dem eigenen Stall zum Decken. Naja, ist nach 5 Jahren Maine-Coon-Zucht sowiso schon längst überfällig. Aber man kann sowas nicht so richtig planen. Man hat es mit Lebewesen zu tun und da macht einem das Schicksal so manchen Strich durch die Rechnung.Witchwood Avalon war ja schneller. Sie hat im vorigen Jahr in Hamburg schon einen Wurf gehabt, aber bei
uns hier im Hexenwald ist Atlantis (genannt Michel) die erste. Wir warten nur noch das sie rollt. Vorher muss sie allerdings zum Doktor Kreskens in die Tierklinik Duisburg. Dort wird sie auf HCM und PKD geschallt und erst wenn alles okay ist geht es zum decken.
Apollo hat natürlich schon mal einen Blick auf den Michel geworfen und schlendert ihr ständig vor der Nase rum.. sich räkelnd und seine Muskeln spielen lassend.. gurrend und schnurrend.. aber Michel ist im Moment noch nicht in Stimmung.
Ausserdem hat sie sich schon einen schicken anderen Kerl ausgesucht (oder waren wir das.. na egal). Es geht nämlich nach Bad Salzuflen in das Wellness-Center Waldemaine.
Dort treibt ein Räuber mit dem Namen Maximus sein Unwesen und wird hoffentlich dem Werben und dem Charm unserer Atlantis verfallen.
Wir sind richtig gespannt ob Atlantis ihr wunderschönes, üppiges Fell mit dem hohen Silberanteil an ihre Kinder weitergibt und vom Maximus erhoffen wir uns zusätzlich (sorry) ein paar schöne Ohren mit dicken Pinselchen. Aber das ist alles egal wenn der Wurf gesund ist und aus den Kätzchen richtig gute und starke Katzen werden die uns Menschen gegenüber aufgeschlossen sind und ein tolles Wesen und Verhalten an den Tag legen, gerade so wie wir es von unseren Katzen gewohnt sind. Und genau das ist in diesem Fall die richtige Mischung.
Zu einer Zucht gehören, selbstverständlich, auch Kastraten. Ich sage immer “Kastraten sind die Seele einer Zucht”. Sie halten ganz einfach den Laden zusammen und sind dabei auch noch ungeheuer nützlich. Bei uns ist zum Beispiel Picasso immer noch der Vorkoster, was ja eigendlich dem Ranghöchsten in der Gruppe, also dem oder der potentesten Kater/Katze vorbehalten ist. Dabei sind ja Kastraten im Rang am niedriegsten eingestuft. Aber sie
strahlen eine Gelassenheit aus an der sich die anderen Katzen orientieren. Wenn Billy (Klaas Coons Ally Mc Beal) knurrt heisst es in Deckung gehen. Egal welchen Rang derjenige bekleidet. Wenn der Liegeplatz von Picasso (Picasso von der Erlesbrück) besetzt ist, wird dieser eingefordert. Zwei kurze Schläge mit der Pfote und schon sucht Freund und Feind das Weite.
Kastraten haben ihre Rituale. Wenn Picasso seinen Rundgang am Abend beendet hat, geht er in sein “Bett” und dort bleibt er bis zum Morgen wenn alle aufstehen. Billy sitzt beim Frühstück immer am Tisch zwischen Ulli und mir. Sollte das mal nicht der Fall sein, stimmt etwas nicht. Entweder ist sie krank, oder ist ausgesperrt.
Wenn die Mütter mit der Erziehung der Kitten aufhören, machen die Kastraten weiter. Baiser wird heute, wenn sie es zu wild treibt, von Billy zurechtgewiesen. Genauso wie
Billy ihr im vorrübergehen das Köpfchen leckt, was ja nicht zur ein Zeichen der Zuneigung ist, sondern auch eine freundliche Begrüßung.
Picasso spielt sowohl mit Baiser, als auch mit Appollo nachlaufen. Picasso lässt den Kater dabei großzügig gewinnen, obwohl Apollo dadurch das er ein potenter Kater ist, Ihm diese großzügige Geste zukommen lassen müsste.
Man sieht, das Leben in einer Katzengruppe ist hochkompliziert und doch ganz einfach. Wenn Picasso oder Billy sich schnurrend zu mir legen wenn ich von der Arbeit komme, ist die Welt in Ordnung. Ich möchte es nicht missen.
Heute hat Cyrano seine ersten Zähnchen bekommen. Jetzt wird es haarig mit dem spielen, denn wenn er sie hat, will er sie auch ausprobieren (aua). Und die arme Mama. Tintin wird jetzt auch die Zähne zu spüren bekommen. Ein guter Grund Cyrano langsam zu entwöhnen. Ach nee, geht ja noch nicht…
Es ist nicht leicht als Einzelkind auf die Welt zu kommen.Zuerst lesen die Eltern einem jeden Wunsch von den Augen ab und später ist man der Depp wenn man meckert das der Wunsch nicht erfüllt wird. Cyrano macht das ganz anders. Er nimmt alles wie es
kommt. Das einzige was ihm wirklich fehlt sind halt Geschwister, mit denen er spielen und rumtoben kann. Bei uns wohnen zwar einige Mitglieder der Katzengesellschaft die sich ihr kindliches Gemüt bewahrt haben, aber irgendwie passen die nicht in der Größe zum Cyrano. Klar, Baiser ist gerade den Kinderschuhen entwachsen, Poldi schon länger, aber er hat sie halt immer noch an.Atlantis hat gerade wieder mal entdeckt das spielen ganz schön lustig sein kann. Aber wie gesagt, alle eine Nummer zu groß für Cyrano.
Also muss Mensch ran. Der ist zwar noch größer, aber dem kann man wenigsten sagen wenn es zu wild wird.
Sodann, die Ärmel hochgekrempelt.. oder besser unten lassen, den Krallen sind auch schon zu spüren. Und wie mag es erst sein wenn die Zähnchen kommen.
Wir beobachten unseren Kater natürlich genau wie er sich entwickelt. Natürlich, von der Statur und der Farbe her können wir nicht meckern.. Ach was.. eigentlich können wir überhaupt nicht meckern.Aber das Aussehen alleine ist es ja nicht. Welche Wesenszüge gibt er an seine Kinder weiter? Wie verhält er sich als
Zuchtkater? Wie benimmt er sich dem weiblichen Geschlecht gegenüber? Ist er ein lieber Kerl, oder ein alter Macho. Beisst er seine Partnerin halbtot, oder ist er ein Feingeist..Fragen über Fragen..
Nichts von alle dem! Oder doch von Allem etwas.. Er ist jemand der seine Gespielinnen in die Kiste quatscht. Es gibt ein Lied von Kris Krisstofferson das heisst ” Silver Tongued Devil”. Da geht es um einen Burschen der eigendlich nicht viel “drauf” hat. Der es aber ständig schafft mit seuselndem Gerede die Mädels reihenweise danieder sinken zu lassen.
Soeiner ist unser Apollo (Poldi oder Poller) ein Silberzungenteufel. Allerdings sieht er dabei auch noch sehr gut aus. Und er hätte das garnicht nötig, das mit den quatschen.. Aber wenn er es gerne tut, was solls. Den Mädels gefällt’s!
Und dann sind da noch seine Augen… Wer könnte diesem Blick wiederstehen?!
Unser Einzelkämpfer Cyrano genießt im Moment seine Kindheit in vollen Zügen. Bei der Mama ist die Milchbar ständig gut gefüllt ( so das man jedes mal kopfschüttend vor dem Sixpack sitzt und
nicht weiss welche Zitze dran ist…) und der Papa gibt auch noch gute Ratschläge und sorgt nebenbei auch noch für ein makelloses Aussehen.
Spass bei Seite. Wie nicht anders erwartet entpuppt sich Apollo als toller Vater. Das Kintara (genannt Tintin) eine super Mutter ist wußten wir ja bereits vom Amazonen-Wurf her. Damals hat übrigens Apollo, obwohl er im frechsten Jugendalter war, die Amazonen auch schon adoptiert.
Cyrano ist ein Black/Smoke/Whith, mit einer sehr schönen Weißverteilung. Und dabei ganz der Papi.
Apollo ist mächtig stolz auf den Wurm, der mittlerweile die 350 Gramm überschritten hat. Kein Wunder wenn man den ganzen Laden für sich alleine hat.
In der Nacht wurde ich wach durch einen ständigen, starken Druck auf meiner Brust. Als ich die Augen öffnete sah ich das
Baiser auf meiner Brust saß und mich innig beobachtete. Im Halbschlaf fiel mir irgendeine Kurzgeschichte von Stephen King ein, ich glaube die Story hieß “Katzenauge”. Darin beschützte eine Katze ein schlafendes Kind vor einem kleinen, bösartigen und hässlichen Kobold. Zur Belohnung zehrte die Katze vom Atem des Kindes. Da ich aber nicht an Kobolde glaube, war auch die Belohnung nicht nötig. Also murmelte ich irgendwas im Schlaf und schob Baiser von meiner Brust auf meinen linken Arm. So schliefen wir dann alle drei ein, Baiser, ich und mein Arm.