Das HCM-Gespenst

Von Franz, 29. März 2007 15:49

HCM, das ist eine Herzkrankheit die bei allen Katzen auftritt. Diese Herzkrankheit ist erblich und deshalb das Gespenst jeder Katzenzucht.
Es handelt sich bei HCM um eine krankhafte Verdickung der Herzmuskulatur, die dazu führt das das Herz seine Tätigkeit nicht mehr ausführen kann. Deshalb kommt es im schlimmsten Falle zum Herzstillstand und somit zum plötzlichen Herztot. Der Züchter hat bisher lediglich die Möglichkeit gehabt die beiden Katzen die zur Zucht anstehen, auf HCM schallen zu lassen. Das konnte nur ein ausgewiesener Kardiologe machen der auch noch über die richtigen Gerätschaften (Farbdoppler) verfügen muss.
Gezüchtet wurde (bei seriösen Züchtern) somit nur mit Katzen die beim Schall als negativ eingestuft wurde. Darüber stellte der Kardiologe (in unserem Fall Dr. Kreskens in der Tierklinik Duisburg ) ein entsprechendes Zertifikat aus.
Aller Mühe zum Trotz zeigt dieses Zertifakat lediglich den “Ist-Zustand” auf. Die HCM konnte also bei der gleichen Katze, später auftauchen. Um da einigermassen Sicher zu sein, wurden bei uns, die entsprechende Katze vor ihrem nächsten Zuchteinsatz wieder geschallt.
Der Königsweg aus dieser Misere wäre der Gentest. Also wird die Katze einem Gentest unterzogen. Ist das HCM-Gen vorhanden, besteht die Gefahr das es weitervererbt wird. Ist es nicht vorhanden, kann auch keine genetische HCM auftreten.
Soviel zur Theorie. In der Praxis sieht das aber ganz anders aus.
In Amerika haben die Tierärtzte Dr. Kittleson und Dr. Meurs nun ein Gen gefunden das für HCM zuständig ist ( MybPC3 ). Leider handelt es sich um eine Mutation von der es wahrscheinlich noch andere gibt die noch nicht gefunden wurden. Also kann eine Katze auf verschiedenen Wegen zur HCM kommen. Wieviele Wege oder Genmutationen es letztendlich sind, kann im Moment niemand sagen. Wäre auch zu schön gewesen.
Ausserdem sind die Gene nicht Rasseübergreifend gleich. das heisst das dieses Gen nur für die Maine Coon zuständig ist. Andere Rasse, anderes Gen.
Was bleibt also? Ganz Einfach, zum regelmäßigen Schallen ist nun auch noch der Gentest hinzu gekommen. Das Schallen wird weiterhin gemacht, der Gentest ist für diese Katze einmalig. Aber nur bis die nächste Genmutation gefunden wird. Dann sind es zwei Gentests… und so weiter.

Ein Züchter der die höchstmögliche Gesundheit der Rasse in seiner Zucht anstrebt ist somit dazu gezwungen weiterhin zu Schallen und zusätzlich diese Gentests durchzuziehen. Geht halt nicht anders. Wir sind bei der Maine Coon Zucht, sozusagen, bei der Stunde Null.
Jetzt gilt es die Ärmel hochzukrempeln und in den sauren Apfel zu beissen.

Ich bin weder ein Genetiker, noch ein Tierartzt. Die ganze Sache ist komplizierter wie ich sie beschrieben habe. Aber wenn man auf alle Einzelheiten eingeht, muss man ein ganzes Buch schreiben.
Unsere ersten Ergebnisse des Gentestes sind da. Baiser, Mystique und Michel sind negativ. Also sie tragen dieses Gen nicht! Puh.. Glück gehabt! Und das meine ich wirklich so. Wir haben Glück gehabt. Ob dieses Gen bei einer Katze vorhanden ist oder nicht, hat absolut nichts mit züchterischem Können zu tun. Es ist einfach nur Glück.

Eine Antwort für “Das HCM-Gespenst”

  1. Hans Schmidt sagt:

    Hallo Franz….

    Leider kann ich dich nur zum Teil beglücken. Es ist super, dass deine Tiger negativ getestet sind, jedoch ist die HCM Schallung weiterhin unbedingt nötig, da in den Test und Studien auch die neueren immer wieder Nichtträgertiere an HCM und Trägertiere nicht an HCM erkrankt sind. Es sind wohl mehrere Gene betroffen, die auch nur in bestimmten Maincoon Populationen der jeweiligen Studien vorkamen.
    Bei anderen Rassen wie bei Briten sieht die Situation noch schlechter aus.

    Wünsche dir weiterhin viel erfolg bei der Zucht und viel Spass mit den Tiger hoffentlich ohne HCM

    Herzlichst

    Hans und Katze Eva

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