Vogelgrippe

Von Franz, 21. März 2006 15:33

MaerkischeAllgemeine.de
06.03.2006 / Havelland

“Wir Züchter fürchten das Virus”
Thema Vogelgrippe machte auch vor Katzenausstellung nicht Halt

MATTHIAS ANKE

PAAREN IM GLIEN Es sprach sich herum wie ein Lauffeuer: Als vor kurzem erstmals in Europa eine tote Katze gefunden wurde, die das neue Virus H5N1 der klassichen Geflügelpest in sich trug, sollte plötzlich auch der Umgang mit Katzen vermieden werden. Der Grippeerreger könnte schließlich auch auf den Menschen übergehen – könnte. Selbst Besitzer von reinen Stubentigern orakeln seither, wie groß die Gefahr tatsächlich ist. Fragen über Fragen auch auf der internationalen Rassekatzenausstellung, bei der in Paaren im Glien am Wochenende fast 300 Tiere in der Brandenburghalle um Pokale rangen.

“Es ist so vieles ungeklärt, da ist jede Befürchtung übertrieben. Es ist weder überprüft, ob die Katze das Virus hatte, weil sie einen infizierten Vogel verspeiste, noch ob sie an diesem Virus oder an etwas anderem gestorben ist. Das gilt auch für die gefundenen Vögel”, beruhigte Gerd Sommer fragende Züchter. Den Tierarzt aus Kremmen, der eigens für den Veranstalter Cat Club Berlin vor Ort war, suchten sonst nur Katzenbesitzer auf, deren Lieblinge in Einzelfällen lediglich Reisestress plagte. Aus ganz Deutschland kamen sie schließlich nach Paaren, auch aus einigen Nachbarstaaten.

“Klar machen wir uns Gedanken. Wir Züchter fürchten das Virus. Zwar sind unsere Rassekatzen reine Stubentiger und nur in seltenen Fällen mal draußen, aber was nützt das, wenn wir über die Schuhe alles Mögliche in die Wohnung schleppen”, sorgt sich Marianne Hiller. Ihre Ausstellung lässt sie sich deshalb aber längst nicht vermiesen. Als “Chefsteward” koordinierte sie alle sieben Richter, von denen zwei aus Frankreich, einer aus der Ukraine und die anderen aus Deutschland kamen.

In sechs Kategorien eingeteilt, galt es, die Tiere auf Fell und Nieren zu begutachten: Kurzhaarige, britische Kurzhaarige, Langhaarige Perser und Exoten, Halblanghaarige und darunter gesondert die Waldkatzen. Nochmal nach Altersklassen und Geschlecht unterschieden, kamen die “Besten der Show” in die engere Auswahl, erhielten dafür schonmal einen Pokal. Dann wurde jeder Gewinner einer Kategorie zum “Besten der Besten” erklärt. Noch ein Pokal. Von allen sechs gegeneinander angetretenen Kategoriebesten blieb am Ende einer übrig – der “Best allover”, der Beste von allen.

Ein Bewertungsmarathon für die Richter wie Pierre Bajou aus Paris und Tatjana Dyatschuk aus Kiew. Am späten Sonnabendabend endlich war der Name der Königin bekannt: “Shacira vom Weidenkätzchen”, eine britische Kurzhaarkatze aus dem anhaltinischen Königsborn.

Zwei weitere Rassekatzenausstellungen wird der Cat Club Berlin in diesem Jahr noch durchführen. Der Verein gehört zu den wenigen, die im Umland dabei stets auch Wettbewerbe organisieren und dabei viel Zuspruch haben. Die Züchter wollen schließlich auch Einzelbewertungen ihrer Katzen durch die Richter bekommen. Jedem Tier werden dabei Punkte gegeben bis es sich ab einer bestimmten Anzahl “Champion” nennen darf und damit zur Zucht zugelassen werden kann.


Eine Antwort für “Vogelgrippe”

  1. Eva Schmidt sagt:

    Ja ja die Vogelgrippe… schade dass bei der ganz Aufregung nie wirklich bekannt geworden ist, dass es schon fast normal ist, das unser Grippevirus über Geflügel (vorallem Wasservögel)und dem Schwein evolvieren bevor sie für uns Menschen gefährlich werden können. Das ist bei fast jeder Grippe-Welle völlig normal… Hoffentlich hatte hier nicht auch die Pharmaindustrie einen teil zur Histerie beigetragen…

    Eure Eva

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